Botanik des Wahnsinns & Texturen differenter Wahrnehmung

Datum: Fr., 24.04.2026, 10:15

Ort: Kino Saal 1

Veranstalter: Balloon Events Network

Kategorien: knowledge

Lesung mit Leon Engler & Präsentation der Abschlusskollektionen von Marlene Klampfer und Julia SchinaglEine Kooperation von Stadtbücherei und Modeschule Hallein Die Kooperationen der Modeschule mit der Stadtbücherei eröffnen immer wieder interessante Bezüge zwischen Mode und Literatur. Diesmal unternehmen Marlene Klampfer und Julia Schinagl den spannenden Versuch, „Legasthenie“ und „Schizophrenie“ in Mode zu übersetzen, und präsentieren ihre Abschlusskollektionen am 24. April um 10.15 Uhr im Stadtkino Hallein. Im Rahmen der Präsentation liest der Autor und Psychotherapeut Leon Engler aus seinem gefeierten Debütroman „Botanik des Wahnsinns“, der den literarischen Kontext zur inhaltlichen Auseinandersetzung der Diplomarbeit absteckt. Leon Engler eröffnet einen neuen Blick auf die Menschen, die an psychischen Krankheiten leiden und hinterfragt damit auch, was eigentlich normal ist. Sein Ich-Erzähler nähert sich seiner Familiengeschichte an, die geprägt ist von psychischen Krankheiten: eine alkoholkranke Mutter, ein depressiver Vater, eine bipolare Großmutter, der Großvater Dauerpatient in Steinhof. Wie schafft man es, mit diesem Hintergrund nicht selbst verrückt zu werden, zumal viele psychische Krankheiten als erblich gelten? Der Ich-Erzähler landet schließlich ebenfalls in der Psychiatrie, allerdings nicht als Patient, sondern als Psychologe. Psychische Störungen zählen weltweit zu den häufigsten Krankheiten und sind in allen Gesellschaften präsent – unabhängig von Einkommen, Alter oder Region. Am stärksten betroffen sind laut WHO Frauen sowie junge Menschen. Depressionen und Angststörungen stellen dabei die häufigsten Diagnosen dar. Marlene Klampfer und Julia Schinagl verstehen psychische Beeinträchtigungen als eine differente Wahrnehmung von Wirklichkeit, die relativ, individuell unterschiedlich und auch beeinflussbar ist. Sie ist Quelle von Kreativität und eine gute Voraussetzung, Gesellschaft zu hinterfragen. Ihre Kollektionen stellen einen Versuch dar, die Beeinträchtigung greifbar zu machen und abzubilden. Sie wollen aber auch ein Zeichen setzen, Vorurteile aufbrechen und Stigmatisierung anprangern. Somit eröffnen die Kleidungsstücke der Schülerinnen einen Raum, in dem besseres Verständnis und Akzeptanz psychischer Beeinträchtigungen möglich werden und stellen damit – wie auch Leon Engler in seinem Roman – die Kategorien von Normalität und „Verrücktheit“ in Frage. Die von den Schülerinnen gestalteten Kleidungsstücke werden im Anschluss an die Veranstaltung ab Juni im Schaufenster der Bücherei ausgestellt.

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