not an island

Datum: Sa., 25.07.2026, 13:00 • So., 26.07.2026, 13:00 • So., 26.07.2026, 18:00

Ort: Uferstudios

Veranstalter: Balloon Events Network

Kategorien: culture, knowledge, community

Die Veranstaltung basiert auf der Idee, dass Menschen keine isolierten Inseln sind, und nähert sich diesem Gedanken aus der Perspektive von Intermedialität und Relationalität in der zeitgenössischen Kunst. Das Projekt richtet den Fokus auf die Entstehung von Verbindungen, die nicht als feste Strukturen verstanden werden, sondern als Prozesse, die fortwährend ausgehandelt und transformiert werden. Bewegung wird dabei als grundlegende verbindende Kraft begriffen – sowohl im wörtlichen Sinne, als das Reisen zwischen Inseln, als auch metaphorisch, als ein Fluss zwischen künstlerischen Medien, Körpern und Erzählungen. Erst durch Bewegung entstehen Beziehungen zwischen unterschiedlichen Ausdrucksformen sowie deren Spannungen und wechselseitige Abhängigkeiten. Das Projekt entfaltet sich als vielschichtige räumliche Konstellation, die Installation, Malerei und Live-Performances miteinander verbindet. Im Zentrum stehen Performer:innen und Tänzer:innen, deren improvisierte Bewegung die Werke nicht lediglich interpretiert, sondern sie aktiv mitgestaltet. Durch ihre Präsenz und ihren Tanz wird der Raum aktiviert; es entstehen temporäre Konstellationen zwischen Objekten, Bildern und Publikum. Bewegung wird so zu einer Sprache der Verbindung – zu einem Mittel, zwischen Formen, Bedeutungen und Zeitebenen zu navigieren. Die Gruppe der Performer:innen tritt mit jeder einzelnen Arbeit in einen Dialog und schafft jeweils neue Beziehungen. Eine zentrale Prämisse des Projekts besteht darin, Beziehungen zwischen verschiedenen Medien zu schaffen, ohne diese einander unterzuordnen oder anzueignen. Stattdessen entsteht ein Raum des Nebeneinanders, in dem unterschiedliche Ausdrucksformen koexistieren können. Im Mittelpunkt stehen offene Formen der Verbindung, die vielfältige Lesarten und parallele Perspektiven ermöglichen, ohne sie auf eine dominante Erzählung zu reduzieren. Dieser Ansatz orientiert sich an einer postkolonialen Praxis. Konzeptionell stützt sich das Projekt auf literarische und künstlerische Referenzen. Umberto Ecos Roman Die Insel des vorigen Tages reflektiert geopolitische Spannungen und epistemologische Unsicherheiten und weist damit deutliche Bezüge zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Bedingungen auf. Ebenso prägt Coco Fuscos Werk Tomorrow I Will Become an Island die Auseinandersetzung des Projekts mit kolonialen Verflechtungen, Navigation und sich wandelnden Vorstellungen von Raum. Zugleich schlägt das Projekt eine Umkehrung vor: Anstatt neue Territorien auf der Erde zu entdecken, richtet die Menschheit ihren Forschungs- und Expansionsdrang zunehmend nach innen. Dennoch bleibt die zugrunde liegende Logik erstaunlich vertraut. In diesem Sinne wird die „Insel“ zu einer relationalen Figur – nicht als Ort der Isolation, sondern als ein Punkt, der innerhalb eines Netzes von Beziehungen treibt. Die Ausstellung versammelt Teilnehmende unterschiedlicher Generationen, kultureller Hintergründe und ethnischer Zugehörigkeiten und versteht diese Vielfalt als integralen Bestandteil ihres relationalen Ansatzes. (Quelle: visitberlin.de)

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