Gegen das Vergessen, für den Frieden: Zum 120. Geburtstag der Klosterneuburger Dichterin lädt die Erika-Mitterer-Gesellschaft am 30. November zu einem hochkarätigen literarisch-musikalischen Abend in den Augustinussaal des Stiftes. Mit Lesungen, Musik und einer Welturaufführung setzt die Veranstaltung ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und den Dialog zwischen den Generationen. Sie schwieg nicht, obwohl sie man sie zum Schweigen bringen wollte: Erika Mitterer (1906–2001) zählt zu den bedeutenden, in der breiten Öffentlichkeit jedoch bis heute zu Unrecht weniger bekannten Stimmen der österreichischen Literatur. Die Autorin des historischen Romans „Der Fürst der Welt“ überlebte die NS-Zeit mit ihrer Familie als „Innere Emigrantin“ in ihrer Heimat Kritzendorf. Trotz Isolation und Kriegserfahrungen setzte sie sich in ihrem literarischen Werk zeitlebens für Menschlichkeit, Verständigung und Versöhnung ein. Ihre Botschaft ist angesichts weltweiter Kriege und gesellschaftlicher Spaltungen aktueller denn je. Die Erika-Mitterer-Gesellschaft möchte ihr Werk deshalb neu ins öffentliche Bewusstsein rücken und einen Abend gestalten, der Geschichte mit den Herausforderungen unserer Gegenwart verbindet. Literatur, Musik und eine Welturaufführung. Am Montag, 30. November, wird der Augustinussaal des Stifts Klosterneuburg zum Schauplatz einer besonderen Begegnung von Literatur und Musik. Die Veranstaltung richtet sich an die breite Öffentlichkeit ebenso wie an Kulturschaffende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung und Religion. Bereits um 15:00 Uhr beginnt der Festtag mit einer Ausstellung und einem offenen „Come together“. Um 17:00 Uhr beleuchtet der Heidelberger Literaturwissenschaftler Prof. Ralf Czapla in seinem Vortrag „Der Weg der Erika Mitterer“ Leben und Werk der Dichterin. Der literarisch-musikalische Festabend startet um 19:00 Uhr. Der österreichische Schauspieler Martin Ploderer liest Texte aus Mitterers Zeit der inneren Emigration sowie aus den entbehrungsreichen Nachkriegsjahren, darunter „Die Wandermaler“ präsentiert zeitgemäße Vertonungen ihrer Lyrik. Den Höhepunkt bildet die Welturaufführung des neu vertonten Zyklus „12 Gedichte“ (1933–1945). Das Gesangsduo Fritz und Elisabeth Horak interpretiert die Werke gemeinsam mit Thomas Holmes am Klavier. Die Uraufführung macht die historischen Texte in ihrer künstlerischen und menschlichen Bedeutung neu erfahrbar. Ein Zeichen für die nächste Generation Die Veranstaltung versteht sich bewusst nicht als klassische Gedenkfeier, sondern als generationsübergreifender Dialog. Junge Menschen und ältere Generationen sollen miteinander ins Gespräch kommen und aus der Geschichte Impulse für die Gegenwart gewinnen. Damit auch Jugendliche Mitterers Gedanken zu Frieden und Versöhnung kennenlernen können, ist für sie der Eintritt zur gesamten Veranstaltung frei. Eine Einladung zu Begegnung und Hoffnung Die Erika-Mitterer-Gesellschaft lädt alle Interessierten ein, das Werk einer außergewöhnlichen österreichischen Autorin neu zu entdecken. Gerade in einer Zeit zunehmender Konflikte und gesellschaftlicher Polarisierung soll der Abend Raum für Begegnung, gemeinsames Nachdenken und Hoffnung schaffen. Die Teilnahme ist zugleich ein Zeichen für Frieden, Menschlichkeit und ein respektvolles Miteinander. Karten zu € 25,- bzw. € 20,- für Mitglieder von Literaturgesellschaften, Jugendliche haben freien Eintritt. Reservierungen, Infos und Anmeldung unter office@erika-mitterer.org.